Albanien - Reisebericht

Reisetermin: 11.05. - 18.05.2019

Reiseverantwortliche und -begleitung: Angela Langbein und Heike Hirte

Eine noch unentdeckte Schatztruhe mitten in Europa

Volksbank eG Gera • Jena • Rudolstadt

Gutgelaunt ist unsere Gruppe mit dem Bus zum Flughafen München gefahren, wo unsere Maschine am späten Nachmittag pünktlich startete. In Tirana, der Hauptstadt Albaniens, wurden wir durch unsere lokale Reiseleitung am "Mutter Teresa" Flughafen empfangen. Nach einem kurzem Transfer erreichten wir unser Hotel "Klajdi" im Badeort Durrës. Da ein anstrengender Reisetag hinter uns lag genossen, wir noch das gemeinsame Abendessen, bevor alle müde ins Bett fielen. Für den kilometerlangen Sandstrand hatten nur die Wenigsten ein Auge.

Am 2. Tag ging die Fahrt entlang der zauberhaften Küste und durch abwechslungsreiche Landschaften nach Berat, auch die "Stadt der tausend Fenster" genannt. 2008 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, zählt die am Fluss Osum und in der Nähe des Bergmassivs Tomorr gelegene Stadt zu den schönsten Orten Albaniens. Ein Höhepunkt war der Besuch der alten Festung, welche zu den wichtigen historischen und kulturellen Wahrzeichen von Albanien zählt. Bei der Besichtigung der 1797 erbauten Kathedrale der heiligen Maria bestaunten wir die aus Walnussholz geschnitzte und mit Gold veredelte Ikonostase. Diese Marienkirche beherbergt auch eine Ausstellung von Nikollë Onufri, dem Sohn des berühmten Malers Onufri, mit aus dem 16. Jahrhundert stammenden Werken der Ikonenmalers. Im Anschluss durften wir in einem nahe gelegenen Weingut hinter die Kulissen schauen und dessen köstliche Erzeugnisse wie Oliven, Käse, Olivenöl und natürlich Wein probieren. Gesättigt und gutgelaunt machten wir uns auf den fünfstündigen Weg in den Süden Albaniens, nach Saranda. Dort bezogen wir das Hotel "Andon Lapa", welches für die nächsten 3 Tage unsere Bleibe war. Von hier aus hatten wir einen wunderbaren Blick auf die nur 3 km entfernte griechische Insel Korfu.

Der Ausflug am 3. Tag führte uns in das rund 20 Kilometer südlich der Stadt Saranda gelegene Butrint. Die Ruinenstadt im Süden Albaniens zählt, mit den bedeutendsten archäologischen Funden des ganzen Balkans, seit 1992 zum UNESCO Weltkulturerbe. Eine prächtige Landschaft und die friedliche Atmosphäre machen die historische Ausgrabungsstätte zu einem einmaligen Ausflugsziel. Durch Eukalyptusbäume, gut vor dem Regen geschützt, bewunderten wir das Löwentor aus dem 4. Jahrhundert, die Akropolis, römische Bäderanlagen, das antike Theater und vieles mehr. Beim Durchwandern der archäologischen Anlage wurden wir sehr schnell von der traumhaften, ruhigen Atmosphäre eingefangen, welche uns die deutsche Hektik sehr schnell vergessen ließ. Die Wege waren so angelegt, dass man immer wieder einen Blick auf die reizvolle Seen- und Flusslandschaft erhaschen konnte. Am Abend wurden wir ein Teil der reichen Folklore Albaniens. Bei einem landestypischen Essen unternahmen wir eine musikalische Reise durch die Jahrhunderte alte Volksmusik des Landes. Es war ein Schmaus für Augen und Ohren. Ein Ensemble führte uns einen Mix aus Folk und Tanz vor. Natürlich durfte auch mitgetanzt werden.

Auf dem Plan für den 4. Tag stand der Ausflug nach Gjirokastra. Auf dem Weg dorthin machten wir einen Abstecher zum Syri i Kalter, einem Bergsee, auch "Blaues Auge" genannt. Dieses besondere Naturschauspiel verdankt seinen Namen dem tiefen Blau seiner immer sprudelnden glasklaren Quelle. Der Weg zu diesem Naturphänomen führte durch eine smaragdgrüne Landschaft mit märchenhaften Bäumen. Eine kleine Aussichtsplattform bot einen direkten Blick auf bzw. ins Blaue Auge. Das Wasser schimmerte in Türkis- und Grüntönen. Über den Pass hinweg entlang der Serpentinen hatten wir eine phantastische Aussicht ins Tal von Gjirokastra. Nach der Ankunft in der Stadt gönnten wir uns bei einer kleinen Kaffeepause ein OSHAF - ein traditionelles Dessert. Im 12. Jahrhundert auf einem Hügel errichtet zählt Gjirokastra seit 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie wird auch "Stadt der Steine" genannt und verdankt diesen Beinamen den mit Steinplatten bedeckten Häusern, welche diesem einzigartigem Stadtbild einen ganz besonderen Charme verleihen.
Zu Fuß erklommen wir den Burgfelsen auf dem die Festung "Kalaja" thront. Durch die Korridore der Festung, in welchen schwere Waffen aus den Kriegen zu bewundern waren, gelangten wir in die Außenanlagen der Burg. Bei einem Rundgang genossen wir den Ausblick auf die einzelnen Stadtteile und konnten ein traumhaftes Panorama bestaunen. Neben der Burg war auch die Altstadt absolut sehenswert. Sie ist geprägt von der typischen Balkanarchitektur mit ihren berühmten Turmhäusern. Die Stadt ist Geburtsort des ehemaligen Diktators Enver Hoxha, welcher mit einem Denkmal geehrt wird. Bei einem anschließenden Bummel durch das alte Bazar-Viertel konnte man sich leicht in den Orient versetzt fühlen. Durch derzeit viele Baumaßnahmen waren nicht alle Sehenswürdigkeiten leicht erreichbar.

Am 5. Tag der Reise hieß es Abschied nehmen von Saranda und es ging wieder Richtung Norden nach Durres. Unser Weg führte uns gemächlich über den 1.000 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Llogara-Gebirgspass. Er ist Teil der Nationalstraße und eine Wasserscheide zwischen Adriatischem und Ionischem Meer. Atemberaubende Landschaftsbilder und traumhafte Ausblicke auf die Küste mit verschwiegenen kleinen unverbauten Badebuchten erwarteten uns. Eine wunderbare Natur mit unglaublichen Fernsichten verschlug uns die Sprache. Das Bergfest, zu dem die Volksbank eingeladen hatte, feierten wir bei einem gemeinsamen Mittagessen in einem beschaulichen Bergrestaurant. Am späten Nachmittag erreichten wir die antike Stadt Apollonia. Von der einst ruhmreichen Stadt wurden bisher nur ca. 5 Prozent ausgegraben. Wir besichtigten das sehr gut erhaltene Kloster, das im 13. Jahrhundert größtenteils aus dem Material der antiken Stadt Apollonia entstand. Ein kleines Museum beherbergt einige Grabungsfunde, die einen Ausblick auf noch verborgene Schätze geben. Im Anschluss besuchten wir den teilrekonstruierten Bereich der Anlage mit der imposanten Akropolis, der Stoa und dem Tempel. Diese lassen erahnen wie eindrucksvoll Apollonia zur Zeit der Antike gewesen ist. Gegen 19 Uhr erreichten wir unser Strandhotel "Klajdi" in Durrës.

Am 6. Tag entdeckten wir die Stadt Kruja, das Zentrum des albanischen Widerstandes unter der Führung des Nationalhelden Skanderbeg gegen das osmanische Reich. Kruja liegt nördlich von Tirana auf den Hängen der Skanderbeg-Berge. Eindrucksvoll war die Besichtigung der Burg mit ihren venezianischen, byzantinischen und osmanischen Elementen. Das darin liegende Museum erinnerte an den Kampf der Albaner unter Skanderbeg und seiner Liga von Lezha. Innerhalb der Festungsmauern befindet sich außerdem noch ein Ethnographisches Museum. Entlang einer restaurierten Basarstraße boten zahlreiche Händler ihre landestypische Handwerkskunst an und jeder konnte ein Mitbringsel finden. Im Anschluss erwartete uns ein besonderes Mittagessen auf einem Bauernhof mit leckerem Wein und regionalen Produkten. Es war unglaublich köstlich. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung.

Tirana, die Hauptstadt Albaniens wartete am 7. Tag auf uns. Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch die Straßen der quirligen Stadt, ging es zu Fuß weiter auf dem großzügigen Boulevard, an dem sich Regierungs- und Universitätsgebäude aufreihen, vorbei an der Enver-Hoxha-Pyramide durch kleinere Parkanlagen bis zum Wahrzeichen der Stadt, dem 35 m hohen Uhrturm. Auf dem zentralen Skanderbeg-Platz kann man die Reiterstatue des Nationalhelden, das modernistische historische Nationalmuseum und die Oper bewundern. Für ein örtliches Fernsehteam waren wir das Highlight und einige mussten auch Interviews geben. Danach hatten wir Zeit zur freien Verfügung und konnten Tirana auf eigene Faust erkunden. Einige von uns besuchten einen einheimischen Markt, wo Fisch, Fleisch, Obst und Trödel angeboten wurden. Ein weiteres Highlight an diesem Tag war die Führung in einer Bierbrauerei. Zu einem frisch gezapftem Blonden gab es allerlei Köstlichkeiten zu essen.

Volksbank eG Gera • Jena • Rudolstadt

Am letzten Tag stand der Berg Dajti auf dem Programm, welcher Tirana mit einer Höhe von 1.611 Metern überragt. Per Dajti-Express, einer Seilbahn, ging es hinauf. Nach 20 Minuten hatten wir einen tollen Blick auf Tirana und bekamen ein leckeres Picknick serviert. Nach einem kurzen Transfer zum Flughafen hieß es nun Abschied nehmen von Albanien.

Reisebericht von Heike Hirte

Stand: September 2019